Was wirklich im Lager passiert – Sex, Speed und Schimmelkäse
Oder: warum ich heute noch die Tür doppelt aufmach, bevor ich reingehe.
Wenn du lange genug Gastro machst, merkst du irgendwann:
Die Küche ist laut.
Der Gastraum ist fake.
Aber das Lager? Das ist der wahre Abgrund.
Der Lagerraum ist keine Lagerfläche.
Es ist ein in Plastik verpackter Schleudersitz für jeden, der zu viel Zeit, zu wenig Hirn und ein Handy auf Flugmodus hat.
Du willst wissen, was da wirklich abgeht?
Okay. Aber trag Gummihandschuhe. Für die Seele.
1. Der Klassiker: Die Lager-Fickerei
Jaja, komm, tu nicht so.
Du weißt, dass es passiert.
Und wenn du’s nicht gesehen hast, warst du entweder blind oder derjenige mit der Hose unten.
Ich hab’s zum ersten Mal live gesehen, als ich in den Laden gekommen bin, um ’ne Spätschicht zu übernehmen.
Tür vom Kühlhaus steht offen.
Ich geh rein, denk, „Hmm, warum ist die Temperaturanzeige auf 9 Grad?“
Was ich NICHT erwartet hab:
Sous-Chef Ramzi, knietief im Gemüse,
und die Kellnerin Jana –
mitm Arsch auf zwei Kisten Mozzarella –
synchron am Vögeln wie zwei nasse Gabeln im Kurzschluss.
Ich sag:
„Ramzi?!“
Er guckt auf, grinst:
„Digga, chill, wir sind eh fast fertig.“
FAST FERTIG.
BRUDI, DAS IST BROTZEIT, KEINE BUKKAKE-ZEIT.
Ich hab die nächste Woche keine Aubergine mehr angefasst.
2. Speed-Tetris zwischen den Kästen
Du denkst, die Leute ballern sich im Club zu?
Bruder, Gastro-Menschen ziehen Linien auf den Deckeln von Eisboxen.
Ich hab Barkeeper gesehen, die am Samstag um 22:30 die Milch kontrollieren – und 10 Minuten später das komplette Lager putzen wie vom Teufel gejagt.
Warum?
Weil sie sich in der Limo-Kiste die dritte Nase des Abends genehmigt haben.
Und wehe, jemand fragt:
„Warum zitterst du, Paul?“
Paul so:
„Bin voll im Flow, Bruder, das neue Detox-Zeug knallt!“
SPOILER:
Das „Detox-Zeug“ war Columbias feinster Gruß, verpackt in ’nem leeren Parmesan-Päckchen.
3. Der Lieferant mit dem doppelten Boden
Es gibt Lieferanten, die bringen Ware.
Und es gibt Lieferanten, die bringen Ware.
Klopft um 10 Uhr, gibt dir das Gemüse – und um 10:03 gibt’s ’n Umschlag unterm Salat mit den Worten:
„Kleiner Vitamin-Booster für die Crew, wenn’s wieder lang wird, weißte?“
Ich hab gesehen, wie ein Koch aus’m Lager kommt, auf drei Tabletts gleichzeitig läuft – und 12 Stunden später nicht mehr weiß, wie er heißt.
Aber die Crème brûlée war perfekt.
Weil sein Herz bei 180 bpm das Karamell gleich mitgeschmolzen hat.
4. Der Schimmelkäse war nicht geplant
Und dann… dann gibt’s das Traurige.
Das Echte.
Die Scheiße, die niemand mehr weglacht.
Ich hatte ’nen Kollegen, der hat Sachen im Lager versteckt.
Weil er wusste, dass der Chef die Kühlkammer nie kontrolliert.
Dazu zählte:
→ alter Camembert
→ Salami vom letzten Jahr
→ und eine angebrochene Pesto-Tüte mit dem Datum „April 20– irgendwas“
Wir finden’s Wochen später.
Alles grün.
Alles lebendig.
Wir dachten kurz, es sei ein Kunstprojekt.
Ich sag zum Chef:
„Was machen wir damit?“
Er:
„Sag einfach, das ist reifer Käse. Leute zahlen extra für sowas.“
Und DANN fragst du dich, warum Gäste Magenkrämpfe kriegen, obwohl sie nur den Brotkorb hatten.
Fazit:
Das Lager ist nicht einfach ein Raum mit Essen.
Es ist ein Paralleluniversum.
Ein Darkroom für kaputte Seelen,
übermüdeten Sex,
kreativen Drogengebrauch
und versteckten Käsekult.
Wenn du als Frischling denkst:
„Cool, ich hol schnell Limetten!“
Dann wünsch ich dir viel Glück.
Und dass du NICHT Zeuge wirst von nackten Kellnerinnen auf Kartoffelsäcken,
oder Barlöffeln, die nicht für Longdrinks benutzt werden.
Ich sag dir eins:
Wenn du das Lager betrittst,
klopf vorher.
Zweimal.
Wenn’s zurückklopft – renn.
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