Wie der Chefkoch am Valentinstag mit der Ehefrau des Stammgasts durchgebrannt ist – direkt nach dem Dessert
Liebesmenü, gebrochene Herzen und ein Abgang in 3 Gängen.
Valentinstag.
Der einzige Tag im Jahr, an dem selbst die abgefucktesten Gäste auf einmal Rosen wollen,
und wo du als Küchenteam das fünfte Mal Lachsherz auf Rote-Bete-Spiegel anrichtest und innerlich stirbst.
Draußen Kitsch, drinnen Schweiß,
und ganz tief im Pass:
ein Koch, der mehr schmort als nur Fleisch.
Unser Chefkoch: Martin.
42. Glatze, Sixpack unter dem Bauch,
und Augen wie ein Psychologe mit Küchenmesser.
Brillant am Herd – katastrophal mit Grenzen.
Er hatte so ein Ding für Frauen,
besonders für gebundene.
Und besonders für Anna.
→ Anna, Anfang 30.
→ Ehefrau von Stammgast Uwe.
→ Uwe: nett, langweilig, zahlt immer bar, trägt Polohemd mit Initialen.
→ Anna: scharf wie Wasabi, aber mit dieser „Ich bin verheiratet, aber nur körperlich“-Aura.
Du weißt, was ich meine.
Es ging los mit Blicke.
Martin bringt mal selbst Dessert raus – „weil er’s besonders angerichtet hat“.
Zufällig an Tisch 6.
Zufällig Anna.
Zufällig seine Hand ein bisschen zu lang auf ihrem Unterarm.
Ich beobachte das und denke:
„Oh nein. Es knistert.
Und gleich knallt’s.“
Der große Abend
Valentinstag.
Haus voll.
Menü läuft.
Die Stimmung: angespannt, verliebt, und viel zu rosarot für diese verdreckte Spülküche.
Tisch 6 – wieder Uwe & Anna.
Bestellen das volle Programm.
→ Jakobsmuschel-Vorspeise.
→ Kalbsrücken mit Lavendelsauce.
→ Schokoladensoufflé.
Martin steht am Pass, starrt auf die Bons,
sagt plötzlich:
„Ich bring Dessert diesmal selbst.“
Ich:
„Warum?“
Er:
„Weil Liebe durch die Küche geht. Und durch die Hintertür.“
Ich hätte ahnen müssen, was kommt.
Dann: BOOM.
20:37 Uhr.
Dessert wird serviert.
Ich steh am Kaffee.
Auf einmal: Aufruhr.
Kellnerin ruft mich.
Tisch 6?
Leer.
Uwe: sitzt allein.
Verwirrt.
Wird rot im Gesicht.
Kellnerin fragt:
„Wo ist Anna?“
Er:
„Sie wollte kurz mit dem Koch was besprechen.“
Ich sprint zur Hintertür.
Offen.
Chefjacke liegt da.
Neben der rosa Serviette von Tisch 6.
Und Annas fucking Handtasche ist weg.
Der Abgang
Martin hat Anna direkt nach dem Dessert mitgenommen.
Raus.
Ins Auto.
Hand in Hand.
Leben im Kofferraum.
Kein Wort.
Keine Nachricht.
Kein Anruf.
Einfach:
Liebe mit Garpunkt.
Konsequenzen?
→ Martin nie wieder gesehen.
→ Anna auch nicht.
→ Uwe kam eine Woche später nochmal –
allein.
Hat ein Bier getrunken.
Geweint.
Und 10 Euro Trinkgeld dagelassen.
Wir haben’s verdoppelt – aus Mitleid.
Fazit:
Gastro ist Chaos.
Und Valentinstag ist der Super Bowl der Emotionen.
Wenn dein Chefkoch sein Dessert als Fluchtfahrzeug benutzt
und dein Stammgast seine Ehe beim Soufflé verliert –
dann weißt du:
Liebe ist ein Gericht, das besser nicht flambiert wird.
Manche Menschen finden sich beim Essen.
Andere verlieren sich.
Und manche verschwinden einfach durch die Küchentür –
mit ’ner Frau, ’ner Flasche Wein
und null Ehre.
Share this content:
Kommentar veröffentlichen