Wie der Sous-Chef auf Koks die ganze Karte umgeschrieben hat – mitten im Service

Ein Energy-Trip zwischen Wahnsinn, Impro-Küche und totalem Kontrollverlust.


Es war Freitagabend.
Volles Haus.
Menü steht.
Tageskarte geschrieben.
Mise en place läuft.

Und dann kommt Jan.
Sous-Chef.
Spitzname: “Turbo-Jan“,
weil er entweder auf Speed, Koks oder blanker Existenzangst rennt –
aber immer rennt.

An dem Tag?
War irgendwas besonders an ihm.
Zu wach.
Zu klar.
Augen wie Leuchtreklame, Pupillen wie Espresso mit Puls.

Ich frage:
„Alles klar bei dir?“
Er:
„Brudi. Heute hab ich Visionen.
Die Karte ist tot. Ich mach sie neu.“

Ich dachte, er labert.
Ein bisschen Dampf ablassen.
Spoiler: Er hat die ganze Karte wirklich neu geschrieben.
MITTEN IM SERVICE.


Und es geht los.

Er steht am Pass.
Zerreißt die Tageskarte.
Ruft:
„ALLES RAUS. NEUE KOMBIS. NEUES MINDSET.“

Ich steh da.
Schweiß tropft.
Und Jan schreit:

→ „Ziegenkäse trifft Teriyaki!“
→ „Rote-Bete-Eis auf Spargelsalat!“
→ „Wasabi-Crème auf Apfelkuchen – geil oder geil?!“

DIGGA, DAS IST KEIN KREATIVABEND – DAS IST ‚NE DROGENINDUZIERTE KÜCHENMUTATION.


Die Crew? Komplett verwirrt.

→ Azubi fragt: „Was ist ein Apfel-Wasabi-Dingens?“
→ Entremetier kotzt fast, weil Jan Mango mit Schweineleber kombiniert.
→ Service steht mit Bons da, auf denen nur noch steht:
„JAN’S SPECIAL. FRAG NICHT.“

Gäste bekommen wild angerichtete Teller,
ohne Bezug zur Karte,
aber mit Drama, Deko und Durchzug.


Der Höhepunkt:

Jan nimmt einen Bon, schaut ihn an,
sagt:
„Nein. Nicht so. Ich geb dem Gast was Besseres. Ich spür, was er will.“

Er schickt raus:
→ Seeteufel mit Gummibärchen-Vinaigrette
→ Garniert mit frittierten Kartoffelschalen
→ Deko aus Babyspinat in Form von Penis

Ich:
„BRUDI. DU SERVIERST KEIN ESSEN – DU SCHICKST ALBTRÄUME MIT DRESSING.“


Ende der Show?

Chef kriegt’s mit.
Kommt runter.
Sieht Jan am Pass –
Zitternd, glänzend, lächelnd wie ein Sektenführer auf LSD.

Chef:
„Raus. Sofort. Urinprobe. Psychologe. Oder beides.“

Jan geht.
Grinst.
Sagt:
„Aber hast du gesehen, wie frei ich war?!“


Konsequenzen?

→ Jan auf Therapie.
→ Neue Tageskarte, dieses Mal von mir – langweilig, aber essbar.
→ Koksverbot schriftlich ins Betriebsreglement aufgenommen.
→ Gäste?
Zwei fanden’s „interessant“.
Einer meinte: „Ich wusste nicht, ob ich’s essen oder bei Instagram melden soll.“


Fazit:

In der Küche brauchst du Energie.
Aber wenn dein Sous-Chef auf der Karte LSD malt und Wasabi auf’s Dessert klatscht,
dann brauchst du keine neue Menüidee –
du brauchst ein verdammtes Einsatzteam.

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