Wie die Chefin ihre Affäre mit dem Fahrer hatte – und ihm dafür 500 Euro extra im Trinkgeld umgebucht hat

Wenn Liebe durch den Magen geht – und direkt in die Kasse.


Der Laden lief.
Nicht bombastisch, aber stabil.
Volle Terrasse, solide Küche, mittlerer Ego-Druck.
Personal? Eng, aber eingespielt.
Chefin?
Mitte 40, tough, ein bisschen zu viel Chanel, ein bisschen zu wenig Pause –
aber immer klar:
„Ich zahl, ich sag, ich fick euch alle… wenn ich will.“

Und dann kam Mario.
Unser Fahrer.
Großer Typ, tätowiert, aus’m Nichts eingestellt.
Hatte mehr Sixpack als Smalltalk,
mehr Hüftschwung beim Pizzatragen als alle Kellner zusammen.
Und die Chefin?
Augen wie beim Flambieren – heiß, gefährlich, nicht zu stoppen.


Es fing harmlos an.

Mario bringt Ware.
Kommt öfter als nötig.
Hat immer „noch was im Kofferraum vergessen“.
Und irgendwann:
→ Lieferzeit: 10 Minuten
→ Aufenthaltsdauer: 40
→ Chefin: nach der Lieferung komplett ungeschminkt, Haare zerzaust, Stimmung verdächtig „entladen“.

Wir dachten alle:
„Okay, die vögeln. Aber ist ja deren Sache. Hauptsache, die Ware kommt.“

Was wir nicht wussten:
Sie hat ihm bezahlt.
Nicht in Naturalien – das war Bonus –
sondern aus’m Trinkgeldtopf.


Und dann kam die Abrechnung.

Einmal im Monat wird Trinkgeld verteilt.
Alle bekommen ihren Anteil – klar verteilt nach Schicht, Position, Stunden.
Wir gucken durch die Liste…
und sehen:
Mario: 580,27 €

FÜNFHUNDERTACHTZIG.
Für einen Fahrer.
Der keinen Service macht, keine Tische betreut, keine Gäste sieht –
und die Hälfte der Woche im Lager vögelt.

Ich sag zur Chefin:
„Was zur Hölle ist das? Der fährt doch nur Ware!“
Sie:
„Er hilft auch oft mit.
Zählt Kisten. Unterstützt im Aufbau.
Und er ist sehr… zuverlässig.“

BRUDI, DAS IST KEIN TRINKGELD – DAS IST SCHLAFGELD.


Das Team tobt.

→ Serviceleiter rastet aus.
→ Küchencrew fühlt sich verarscht.
→ Azubi sagt:
„Ich trag seit drei Monaten Getränkekisten mit Bandscheibe und krieg 60 Euro –
der fickt sich ins Gehalt.“

Der Betriebsrat (aka: der älteste Kellner mit WhatsApp-Gruppe) will ein Gespräch.
Die Chefin?
Lässt sich nix anmerken.
Sagt nur:
„Wenn euch was nicht passt – Bewerbungen gehen auch raus.“

Also ja – sie hat sich und ihn rausgevögelt.
Aus’m System.
Aus’m Team.
Aber nicht aus der Kasse.


Fazit:

Wenn deine Chefin mehr Bock auf’n Fahrer hat als auf ihre Mitarbeiter,
und plötzlich Trinkgeld ins Nirgendwo fließt,
dann hast du kein Team mehr –
du hast ’ne Reality-Show mit HACCP-Siegel.

Liebe in der Gastro ist okay.
Aber wenn sie über Lohnabrechnung läuft,
mit Bonus auf dem Rücken der Kellner,
dann brauchst du keinen Steuerberater –
du brauchst ’ne Kamera.
Und ne’ neue Chefin.

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