Wie ein Foodtruck plötzlich 3 Tage geschlossen hatte – weil der Betreiber im Knast war
Und warum ich seitdem bei jedem Currywurst-Wagen erst Google checke.
Dieser Foodtruck war ’ne Legende.
So einer mit Flammen-Airbrush außen, Hip-Hop aus’m Subwoofer und Burgern, die dir das Hirn rausbomben.
Der Betreiber: Marco.
Mitte 30, Ex-Koch, breites Grinsen, Arme voller Tattoos und Schulden – aber geil drauf.
Er hatte Charisma.
Er hatte Geschmack.
Er hatte aber auch ein massives Problem mit Ordnungsämtern, Steuern, Drogen – und der Realität.
Der Laden brummte.
Freitags mittags:
50 Leute in der Schlange, alle wollten seinen „Pulled Pork from Hell“ mit scharfer Chipotle-Mayonnaise.
Marco stand da, schwitzte, fluchte, servierte –
und funktionierte nur dank drei Dingen:
Koffein.
Speed.
Und kompletter Gesetzlosigkeit.
Ich mochte ihn.
Wirklich.
Aber man sah ihm an:
Der ist immer nur drei Burger davon entfernt, ’nen Richter kennenzulernen.
Dann: Stille.
Montag – Truck zu.
Dienstag – nix.
Mittwoch – immer noch geschlossen.
Zettel am Wagen:
„Technische Störung. Bald wieder für euch da! #foodporn #pausemusssein“
Digga. Wenn in der Gastro „Technische Störung“ steht,
heißt das:
Entweder ist der Strom raus – oder der Besitzer.
Ich ruf Kollegen an.
Niemand weiß was.
Dann kommt’s über die Ecke vom Getränkelieferanten raus:
„Marco ist im Knast.
U-Haft.
Irgendwas mit Verstoß gegen Auflagen und ’ne offene Bewährung.“
Ich:
„Wegen was?“
Er:
„Ich glaub, Steuerbetrug und noch was mit Drogen.
Hat angeblich aus’m Truck auch verkauft – und nicht nur Cola Light, verstehste?“
Gerüchteküche on fire:
→ Angeblich hatte Marco neben den Jalapeño-Nuggets auch kleine Tütchen mit „extra Kick“.
→ Einmal hat er nem Stammgast was in die Soße „vermischt“, was der dann auf’m Parkplatz „richtig gefühlt“ hat.
→ Und jemand hat gesehen, wie ein Typ in Anzug nachts Bargeld im Schuh gebracht hat.
Foodtruck trifft Breaking Bad, nur mit mehr Ketchup.
Und der beste Teil?
Der Typ hat nix dokumentiert.
Keine Bücher.
Keine Bonpflicht.
Kein Plan.
Einfach alles bar, alles Bauchgefühl.
Marco war im Prinzip ein Dealer mit Frikadellen – und ’nem Instagram-Account.
Nachspiel?
Drei Wochen später kam der Truck zurück –
gefahren von Marcos Cousin.
Der sagte:
„Marco chillt gerade. Wird bald wieder da sein.
Bis dahin machen wir’s weiter – #TeamMarco.“
Burger war nicht mehr geil.
Soße war zu dünn.
Stimmung tot.
Denn was Marco hatte, war nicht nur Rezept –
er hatte dieses abgefuckte Gastro-Herz aus Beton,
Alkohol, Größenwahn
und einem Rest Leidenschaft,
der erst bei 250 Grad frittiert wird.
Fazit:
Gastro auf Rädern ist romantisch, bis du feststellst:
Der Truck steht auf Schulden, der Chef auf Bewährung
und die Mayo auf 14 Tage ohne Kühlung.
Wenn du in der Gastro überleben willst, brauchst du mehr als ne’ geile Sauce:
Du brauchst ein sauberes Gewerbe, echte Buchführung
–
und Leute, die nicht gleichzeitig Burger servieren
und Gras in der Kühlbox bunkern.
Marco?
War ein Genie.
Ein Outlaw.
Ein Gastro-Pirat mit Herz.
Und komplett ungeeignet für alles,
was mit Recht, Ordnung oder Buchhaltung zu tun hat.
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