Wie ein Kellner bei der Inventur 12 Flaschen Wein weggesoffen hat – und nackt auf der Theke eingeschlafen ist
Vom Soll ins Voll und weiter ins Chaos.
Die Gastro-Inventur – das ist der Tag, an dem alle lügen, Zettel fliegen und der Chef „nur kurz rauchen geht“ und nicht wiederkommt.
Wir zählen Gläser, Gabeln, Flaschen, zerbrochene Träume –
und am Ende steht irgendwas mit -2,4 auf dem Bestand, und keiner weiß, wo’s hin ist.
Außer diesmal.
Diesmal war’s ganz einfach.
Weil der Bestand AUF DER THEKE GESCHLAFEN HAT.
Es war ein Montag.
Laden zu.
Team müde.
Chef sagt:
„Heute zählen wir durch. Danach gibts Pizza, bisschen was zu trinken, und dann ab nach Hause.“
SPOILER:
Es gab keine Pizza.
Nur Alkohol, Realitätsverlust, und Genitalien auf Granit.
Unser Held der Geschichte:
Danny.
Kellner, Teilzeit-Chaot, hat den Durchblick,
solange keine Zahlen im Spiel sind.
Und bei Inventur? Zahlen. Überall.
Er wird eingeteilt für den Weinbestand.
Keller bis Bar.
Alte Flaschen, neue Flaschen, offene, nicht eingebuchte…
Der Horror.
Ich sag noch:
„Zähl einfach, trink nicht. Sonst wirst du selbst zur Position im Bericht.“
Er grinst.
„Nur n Schluck – zum Vergleich.“
Drei Stunden später:
Küche zählt Geschirr.
Service poliert.
Ich check die Bar – und finde:
→ 2 Gläser
→ 4 leere Flaschen
→ 1 Danny
→ Nicht sichtbar bekleidet
Er liegt quer auf der Theke.
Arme ausgebreitet.
Eine Socke auf dem Zapfhahn.
Flüstert:
„Ich liebe Bordeaux.
Er… liebt mich auch.“
Ich:
„Danny.
Wo sind deine Klamotten?“
Er:
„Zu warm.
Zu ehrlich.
Zu viel Merlot.“
Der Chef kommt.
Sieht ihn.
Guckt mich an.
Sagt:
„Schreib auf:
12 Flaschen Rot.
2 Rosé.
1 Kellner.
Verlust: Menschenwürde.“
Wir decken ihn zu – mit ’nem Tischläufer.
Schließen ab.
Lassen ihn da.
Weil:
Er hat sich seinen Platz in der Statistik redlich verdient.
Der nächste Morgen:
Er wacht auf.
Sitzt am Pass.
Mit Kater, ohne Hose.
Fragt:
„Wie viel hab ich gezählt?“
Ich sag:
„Keine Ahnung.
Aber du hast dreimal laut geweint bei ’nem Rioja von 2010.
Das muss zählen.“
Konsequenzen?
→ Keine Kündigung.
Chef meinte:
„Wer so ehrlich trinkt, kann auch ehrlich bedienen.“
→ Danny hat die Woche nüchtern durchgezogen –
zumindest tagsüber.
→ Inventur wurde verschoben.
→ Tischläufer wurde verbrannt.
Aus Respekt.
Oder aus Ekel. Niemand weiß es genau.
Fazit:
Wenn du jemanden mit Inventur und Alkohol allein lässt,
hast du entweder
’nen perfekten Wareneingang
oder ’ne Nacktszene in deinem Steuerbericht.
Und wenn dir das nächste Mal ein Kellner erzählt,
„Ich kenne jeden Wein ganz genau“ –
frag lieber nicht, wie genau.
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